Fachvortrag
Gasphasenfiltration - Grundlagen, Technologien und Anwendung
Vortrag wird aufgezeichnet!
Vortrag wird aufgezeichnet!

Gasphasenfiltration dient der Entfernung gasförmiger Verunreinigungen aus Luftströmen. Im Gegensatz zu Partikelfiltern, die feste oder flüssige Partikel abscheiden, müssen Gasphasenfilter einzelne Moleküle und Dämpfe aus der Luft entfernen. Zu den typischen Schadstoffen gehören Schwefelwasserstoff, Schwefeldioxid, Stickoxide, Ozon, Ammoniak sowie flüchtige organische Verbindungen (VOCs).
Die Abscheidung erfolgt überwiegend durch Adsorption an hochporösen Materialien mit sehr großer innerer Oberfläche. Das am häufigsten verwendete Adsorptionsmedium ist Aktivkohle. Durch chemische Imprägnierungen können bestimmte Schadstoffe gezielt gebunden oder umgewandelt werden. Neben Aktivkohle kommen auch Zeolithe, Kaliumpermanganat-Medien und ionenaustauschende Materialien zum Einsatz.
Die Leistungsfähigkeit eines Gasphasenfilters hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen die Schadstoffkonzentration, die Luftmenge, die Aufenthaltszeit der Luft im Filter, die Temperatur sowie die relative Luftfeuchtigkeit. Da die Adsorptionskapazität begrenzt ist, besitzen Gasphasenfilter eine endliche Lebensdauer und müssen regelmäßig überwacht und ausgetauscht werden.
Zur Bewertung und Klassifizierung von Gasphasenfiltern wird international die Norm ISO 10121 verwendet. Sie beschreibt Prüfverfahren für Adsorptionsmedien und komplette Filtersysteme. Darüber hinaus werden in korrosionskritischen Anwendungen häufig Korrosivitätsmessungen nach ANSI/ISA 71.04 eingesetzt.
Gasphasenfiltration findet heute in zahlreichen Bereichen Anwendung. Dazu gehören Rechenzentren, industrielle Fertigungsanlagen, Reinräume, Krankenhäuser, Museen, Flughäfen sowie Anlagen der Wasser- und Abwasseraufbereitung. Durch die Reduzierung korrosiver und geruchsintensiver Gase trägt sie zum Schutz von Menschen, Gebäuden, technischen Anlagen und sensiblen elektronischen Komponenten bei. Gleichzeitig lassen sich Betriebsausfälle reduzieren, Wartungskosten senken und die Zuverlässigkeit kritischer Infrastrukturen erhöhen.

Referent*innen:
Dr.-Ing. Marc Schmidt