CleanroomProcesses

Lounges 2024 Karlsruhe
Fachvortrag
25. April 2024
Raum: 1
11:30
-
12:00 Uhr
Sicherheit durch risikobasierte Zytostatikentfernung
Vortrag wird aufgezeichnet!
Vortrag wird aufgezeichnet!

Stichpunkte:

Schutz vor Gesundheitsgefährdung durch Kontakt zu Zytostat
Massnahmen zum Schutz vor der Gefährdung
Probestrategie und Monitoring
Implementierung der Hygienestrategie und deren Prozesse
Schulung und Dokumentation

Ist man als Patient von Thema Krebs betroffen, werden meist unterschiedliche Behandlungsmethoden wie eine operative Entfernung, eine Bestrahlung oder eine Chemotherapie vorgenommen und oft auch miteinander kombiniert. Zytostatika, wie die Wirkstoffe der Chemotherapie auch genannt werden sind oft ein wichtiger Bestandteil bei der Behandlung. Leider gelten aber die gleichen Angriffspunkte sowohl bei den gesunden wie auch bei Tumorzellen und das macht den Umgang mit Zytostatika so gefährlich. Nun gilt es gesunde Personen vor einer Gefährdung mit Zytostatika zu schützen.
Dazu werden einerseits organisatorische Massnahmen als auch technische Massnahmen getroffen. Um nun die Gesundheitgefährdung richtig einschätzen zu können und die getroffenen Massnahmen auf deren Effektivität hin zu überprüfen, muss diese Gefährdung systematisch ermittelt werden. Dazu wird mit Hilfe eines Monitorings die Expositionsermittlung evaluiert. Das passende Umgebungsmonitoring mit Reinluftmessungen und Wischproben an Oberflächen an den vermuteten Belastungsschwerpunkten ist der erste Schritt. Ergänzend zum Umgebungsmonitoring empfiehlt sich ein Biomonitoring mit den exponierten Personen.
Die Aussagekraft und damit auch die Qualität des Umgebungsmonitorings ist nur so gut wie die geeignete Wahl der Entnahmeorte und der Frequenz, wann und wo die Proben fürs Monitoring entnommen werden. Hierbei ist nicht nur wie bei der Konzepterstellung der gesamte Prozess zu beachten, sondern auch die weiteren Punkte, die durch eine Verschleppung eine Gefahr für die Gesundheit der Personen darstellen können. Man muss also über den gesamten Prozess von der Anlieferung der Zytostatika, der Lagerung, der Verarbeitung bis zur Entsorgung die exponierten Stellen identifizieren und gleichzeitig überlegen, wo und wohin diese auch verschleppt werden können. Auch wenn Sie ein ausgezeichnetes Konzept und ein lückenloses Monitoring etabliert haben, gilt es den Arbeitsplatz, an dem die Zytostatika verarbeitet werden, zu reinigen. Eine fachgerechte Entsorgung und die Dokumentation des Reinigungsprozesses schliessen diesen ab.
Zytostatika und damit die Chemotherapie sind ein wichtiger und potenter Baustein im Kampf gegen Krebs. Um die Gesundheit der Menschen vor einer Gefährdung durch unbeabsichtigten Kontakt zu schützen, muss man organisatorische und technische Massnahmen ergreifen, ein geeignetes Bio- und Umgebungsmontoring einführen, die betroffenen Personen systematisch und wiederholt schulen und eine professionelle Reinigung etablieren.

Haupt-Referent*in:
Lydia Feller
Enzler Hygiene AG