Lecture
KI-gestützte Entwicklung normenkonformer Lebensmittelanlagen
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Die Entwicklung hygienegerechter Maschinen und Anlagen für die Lebensmittel- und Prozessindustrie wird zunehmend komplexer. Neben steigenden Anforderungen an Lebensmittelsicherheit, Produktqualität und Nachhaltigkeit müssen heute zahlreiche Richtlinien, Normen und regulatorische Vorgaben berücksichtigt werden. Dazu gehören insbesondere die EHEDG-Leitlinien und Zertifizierungskriterien sowie internationale Normen und regulatorische Anforderungen wie DIN EN 1672-2, ISO 14159 und die Lebensmittelkontaktmaterialienverordnung (EG) Nr. 1935/2004.
Gleichzeitig eröffnen aktuelle Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) neue Möglichkeiten, Entwicklungsprozesse grundlegend zu verändern. Anstatt Ingenieurinnen und Ingenieure zu ersetzen, kann KI dazu beitragen, Anforderungen systematisch zu analysieren, regulatorische Vorgaben zu berücksichtigen, Designvarianten zu generieren und potenzielle Hygienerisiken bereits in frühen Entwicklungsphasen sichtbar zu machen.
Der Vortrag stellt den Ansatz des Generative Engineering vor – einen KI-gestützten Entwicklungsansatz, der Anforderungen, Fachwissen, Normen, Richtlinien und Designregeln in einem integrierten Engineering-Prozess zusammenführt. Ziel ist es, Ingenieurinnen und Ingenieure bei der Entwicklung hygienegerechter, normenkonformer und zugleich innovativer Systeme zu unterstützen.
Anhand ausgewählter Beispiele aus den Bereichen Maschinenbau, Automatisierung und Robotik wird gezeigt, wie KI künftig die Entwicklung hygienischer Komponenten und Anlagen unterstützen kann – von der Anforderungsanalyse über die Generierung von Designalternativen bis hin zur Bewertung von Hygienic-Design- und Compliance-Kriterien. Dabei wird auch auf aktuelle Entwicklungen wie die neuen EHEDG-Leitlinien für Robotersysteme in Lebensmittelumgebungen eingegangen.
Der Vortrag gibt einen Ausblick darauf, wie KI-gestützte Engineering-Methoden künftig dazu beitragen können, Entwicklungszeiten zu verkürzen, die Designqualität zu erhöhen und Innovationen im Hygienic Design gezielt zu beschleunigen. Angesichts zunehmender regulatorischer Anforderungen und eines steigenden Fachkräftemangels im Engineering bietet Generative Engineering die Möglichkeit, vorhandenes Expertenwissen systematisch zu erfassen, verfügbar zu machen und für zukünftige Entwicklungsprozesse nutzbar zu halten.

Speakers:
Prof. Dr.-Ing. Hans Wernher van de Venn